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Rückerinnerung an Lorenz Cantador

Nitsche Elmar 18.03.2017

Lorenz Cantador schnitzte seinen Namen in eine Bank der St. Andreas-Kirche (Quelle: DAS TOR Heft 4 Jahrgang 1972)

 

Rückerinnerung an Lorenz Cantador

 Rückerinnerung an Lorenz Cantador ist für das Jäger-Corps keine nostalgische Überbewertung. Eher dürfte erforderlich erscheinen, die Vergangenheit mit ihren Vorkommnissen zu kennen, um die Gegenwart in Art und Belangen traditioneller, heimatlicher Brauchtumspflege zu verstehen, damit Bewahrenswertes nicht nur erhalten wird, sondern auch um für Künftiges Maßstäbe zu haben. Entsprechend der Erkenntnis: Tradition ist ein anderer Name für die Fortschritte von vorgestern und gestern.

(Vermutlich: Willy Pfeiffer um 1979)

Auch 30 Jahre später hat dieses Zitat hat nichts an seiner Bedeutsamkeit verloren. 

Ab und an scheint uns die Gegenwart mit ihrem teils hektischen Betrieb so zu vereinnahmen, dass es nötig ist sich neu zu fokussieren. Hier kann grade die Besinnung an vergangene Tage, beispielsweise durch das Studium der Chronik und der Beschäftigung mit den Sammlungen der Chronisten, helfen. 

Vieles ist zerstört oder nicht mehr vorhanden. Die Erinnerung muss ersetzen, was nicht mehr gegenwärtig sein kann. Der folgende verkürzte Auszug unserer Chronik möge helfen, geschichtliche Erinnerungen aufleben zu lassen und das Feuer des Interesses zu entfachen.

1844

Gründung der Gesellschaft durch Lorenz Contador dem Jüngeren (1810-1883) und anderen lebensfrohen Männern.

Lorenz der Ältere war der Großvater  des Gründers. Seitenhändler und Magistratsmitglied; 1806 Bürgermeister. Er musste während seiner Amtszeit Kaiser Napoleon in Düsseldorf empfangen.

1845

Lorenz Cantador stiftet dem Jäger-Corps als Fahne den schwarz-rot-goldenen Banner der damaligen Volksbewegung.

1847 

am 11.04. wird Lorenz Cantador wird mit absoluter Stimmenmehrheit zum Chef des St. Sebastianus Schützenvereins gewählt und ernannt.

1848

Lorenz Cantador wird Stadthauptmann (Chef) der Düsseldorfer Bürgerwehr.

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848 flüchtete der Gründer des Jäger-Corps in die Vereinigten Staaten von Amerika.  Als eines der letzten Lebenszeichen, schnitzte er seinen Namen in eine Bank der St. Andreas-Kirche.

1857

Das Jäger-Corps erhält eine neue Fahne. Sie wird am  2. Pfingstfeiertag in Anwesenheit seiner königlichen Hoheit Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen in St. Lambertus, durch Dechant und erzbischöflichen Rat Philipp Josten, geweiht. 

1858

Carl Guntermann wird Schützenkönig des St. Sebastianuns Schützenvereins 1316 

1872

Mitglied Eduard Blachus zählt maßgeblich zu den Gründern des Rheinischen Schützenbundes und wurde später dessen Präsident (1. Vorsitzender).

1939

Franz Lipton erringt die Königswürde des großen Vereins und behält diese infolge der geschichtlichen Ereignisse bis 1948.

1894

50-Jahriges Jubiläum der Gesellschaft. Noch 3 der Gründer nehmen Teil: Josef Reichmann, G. Becker und Louis Mackenstein. 

Louis Mackenstein trug 27 Jahre lang die Fahne der Gesellschaft.

1948

Erstes Schützenfest des großen Vereins nach dem 2. Weltkrieg in Düsseldorf Grafenberg. Die von Lorenz Cantador gestiftete Fahne wurde erstmalig von der Gesellschaft mitgeführt. Fähnrich war Heinz Beckers.

1973

Christian Haselbergen erzielt beim Schießen um den Beyer-Pokal 100 von 100 möglichen Ringen.

1974

130 jähriges Jubiläum der Gesellschaft. Heinz Beckers wird mit 74 Jahren Kompaniekönig.

1975

Das Jäger-Corps schafft sich eine neue Tracht, bei der die Gestaltung bewußt an die Familiengeschichte des Gründers, in ihrer Epoche rückschauend bis in das 18. Jahrhundert erinnern soll.

 

Das Jäger-Corps im Jahre 1928

Erinnerungen sind geblieben, viele liebe Freunde sind nicht mehr. Ihrer soll besonders gedacht werden; mit Dank für all das, was Sie dem Jäger-Corps gewesen sind und was Sie für das Corps geleistet haben.

Die langjährige Tradition und die enge Verflechtung des Jäger-Corps 1844 mit der Heimat- und Schützengeschichte der Stadt Düsseldorf ist für das Corps eine besondere Ehre und Pflicht zur Pflege und Erhaltung.

Viele Unterlagen sind durch Kriegseinwirkungen und Naturkatastrophen  nur noch unvollständig vorhanden und werden ständig durch laufende Nachforschungen ergänzt. (elni)